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Piccards Solarflieger nimmt Gestalt an

Innovation
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Das Solar-Flugzeug, mit dem der Schweizer Bertrand Piccard 2011 die Erde umrunden will, kommt seiner Realisierung einen Schritt weiter. Im November 2007 wurde ein verkleinertes Modell des künftigen Fliegers präsentiert. An der Innovation und Entwicklung beteiligt ist neben anderen auch die EPF Lausanne.
Für Piccard ist «Solar Impulse» nicht nur ein Flugzeug, sondern die Vision einer nachhaltigen Entwicklung. Erste Testflüge mit einem Prototypen sind für nächstes Jahr geplant. Damit ist die erste Entwicklungsetappe des ehrgeizigen Projekts abgeschlossen. Auf der Basis des mehrere Meter grossen Modells entsteht zurzeit ein erster Prototyp des allein durch Sonnenenergie betriebenen Leichtflugzeugs. Die ersten Testflüge mit diesem Prototypen nur wenige Meter über Boden sollen nächstes Jahr stattfinden. Danach werden weitere Flüge auf dem Militärflugplatz Payerne durchgeführt.
Der erste Prototyp wird eine Spannweite von 61 Metern haben, was der eines Airbus A360 entspricht. Das nur 1,5 Tonnen schwere Leichtflugzeug soll auf bis zu 8500 Metern Höhe mit einer Höchstgeschwindigkeit von 70 Stundenkilometern fliegen.
 
Stabilität als Herausforderung
 
«Solar Impulse ist nicht nur ein Flugzeug, sondern auch eine Vision für eine nachhaltige Energienutzung», sagte Piccard anlässlich der Präsentation.
Das Flugzeug benötige eine grösstmögliche Spannweite, um genügend Solarzellen aufzunehmen (rund 200 Quadratmeter), erläuterte André Borschberg vom Entwicklungsteam. Um ein Fluggerät mit so wenig Energie zu betreiben, müssten die Grenzen des derzeitigen Wissensstandes in allen Bereichen erweitert werden. Eine wichtige Herausforderung sei auch die Stabilität des Leichtflugzeugs.

Forscher der EPF Lausanne mit dabei

Möglich machen sollen das Abenteuer auch neue Wege in der Interaktion von Mensch und Maschine, die an der ETH Lausanne (EPFL) für das Team Solarimpulse entwickelt werden. Der Körper des Piloten macht vor – das Flugzeug reagiert. Ein Kinderspiel, dessen Verwirklichung die EPFL-Forscher herausfordert. Auch Fragen des Gewichtes und der Energiespeicherung beschäftigen die Forscher in Lausanne. Mit ultraleichtem, aber widerstandsfähigem Material hat man an der EPFL bereits Erfahrung. Mehr als 50 EPFL-Forscher arbeiteten an der Technik der Alinghi mit, des Siegerbootes des America’s Cup 2007. Zusammen mit dem CERN macht die EPFL die Region Genf zu einem Hort der innovativen Forschung.
 
Vor Weltumrundung noch Atlantik-Überquerung
 
Vor der Weltumrundung will Piccard mit dem Solarflugzeug 2010 den Atlantik überqueren. Im März 1999 hatte der Abenteurer und Arzt Piccard zusammen mit seinem Co-Piloten Brian Jones im Heissluftballon die Erde umrundet. Die beiden benötigten dafür knapp 20 Tage. Zum neusten Abenteuer sagte Piccard, gefährlich sei nicht, Pilot von «Solar Impulse« zu sein, sondern zu glauben, man könne nach Belieben Erdöl verschwenden und die Umwelt verschmutzen.
 
Swissinfo, Agenturen und ST (5. November 2007)

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