Manche Erfolgsgeschichten sind durch die internationale Presse gegangen. Roche hat für 235 Millionen Franken das Kleinunternehmen Glycart gekauft, das ein Verfahren entwickelt hat, das die Wirkung therapeutischer Antikörper um ein Vielfaches zu erhöhen vermag – ein Durchbruch in der Forschung nach neuen Krebsmedikamenten. Novartis hat von der Cytos Biotechnology AG, einem anderen ETH-Spin-off, im Rahmen eines weltweiten Lizenzvertrages die ausschliesslichen globalen Rechte am Nikotin-Impfstoff CYT002-NicQb erworben. Cytos ist auch in der Entwicklung von Allergie-Impfstoffen verheissungsvoll unterwegs.
Längst spannen etablierte Konzerne mit der ETH und ihrem Gründer-Förderungsprogramm zusammen. Im Oktober 2006 gründen Alstom (Schweiz) AG und die ETH zusammen ein Spin-Off-Unternehmen für den Bau von Inspektionsrobotern: intelligente Werkzeuge, die schauen, greifen, messen, reparieren und inspizieren. Sie werden vor allem bei Turbinen, Generatoren und anderen Kraftwerkskomponenten eingesetzt.
Schwerpunkt Nanotechnologie
In zwanzig Fachgebieten – von Agrartechnologie bis Umweltwissenschaften – sind Zürcher ETH-Spin-off-Firmen aktiv. Das Schwergewicht liegt auf Life Sciences und Nanotechnologie. In diesem Zukunftsgebiet ist zum Beispiel die HeiQ Materials AG tätig. Sie stellt Additive in Nanogrösse aus Silber, Kupfer und Zinkoxid her. Eingearbeitet in Kunstfasern für Kleider und in Plastik bekämpfen diese Zusätze, «Frogskins» genannt, Bakterien und Pilze und schützen gegen UV-Strahlen. Erste Anwendungsgebiete sind identifiziert: Arztkittel, Operationsmasken und andere Spitalkleider, sowie Schutzschichten für alle Anwendungen, die auf Bakterienbefall anfällig sind: Lebensmittelindustrie, Hygiene, Kosmetika, Wasseraufbereitung, Luftfilter. Die von HeiQ in kleinsten Mengen verwendeten Nano-Partikel sind gesundheitlich unbedenklich, leicht zu verarbeiten und deutlich billiger als herkömmliche Lösungen. Auf die Idee gekommen waren die Gründer während einer Wanderung, als sie sich am strengen Geruch ihrer verschwitzten T-Shirts störten.
Quelle: http://euro.zuerich.com/
Spin-offs: Wie Ideen laufen lernen
Innovation
Zürich ist ein europäisches Zentrum für Technologietransfer. Das bedeutet: Aus Ideen werden marktfähige Produkte. Dafür sorgt ein starkes Netzwerk aus Hochschulen, Privatwirtschaft und Staat. Dank und mit Hilfe der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich, einer der führenden Technologie-Lehrstätten der Welt, sind in den letzten zehn Jahren mindestens 170 Firmen im Hochtechnologie-Bereich gegründet worden.
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