Entdecke das PlusStaatForschung Geografie KulturLeuteWussten Sie

Geographie der Schweiz

Geografie
Listen-Ansicht
 
Die Schweiz weist in geografischer Hinsicht eine grosse Vielfalt auf. Der Jura, das Mittelland und die Alpen bilden die drei geografischen Hauptregionen des Landes. Im Durchschnitt ist die kleine Schweiz sehr dicht bevölkert (183 Menschen pro Quadratkilometer), auch wenn es grosse regionale und geografische Unterschiede gibt. Auch betreffend Wetter und Klima ist die Schweiz sehr abwechslungsreich: je nach geografischer Lage innerhalb des Landes kann man, je nach Jahreszeit, sowohl sibirische Temperaturen als auch Mittelmeerstimmung erleben.
Lage in Europa

Die Schweiz liegt zwar geografisch nicht genau mitten in Europa, spielt jedoch mindestens in verkehrstechnischer Hinsicht eine zentrale Rolle: durch die Alpen führt die zentrale europäische Verbindung von Norden nach Süden. Ausserdem grenzt die Schweiz im Norden an Deutschland, im Osten an Österreich und das Fürstentum Liechtenstein, im Westen an Frankreich und im Süden an Italien. Auf diese Weise treffen in der Schweiz drei grosse europäische Kulturen aufeinander, nämlich die deutsche, die französische und die italienische.

Grösse, Regionen, Bevölkerung

Die Fläche der Schweiz beträgt 41'285 Quadratkilometer. Der Jura, das Mittelland und die Alpen sind die drei geografischen Hauptregionen des Landes.

In der Schweiz leben 7,4 Millionen Menschen, also etwas mehr als ein Tausendstel der gesamten Weltbevölkerung.

Die Schweiz ist sehr dicht bevölkert: im Durchschnitt lebten im Jahr 2000 auf einem Quadratkilometer 234 Menschen. Je nach Region gibt es jedoch grosse Unterschiede: so leben z.B. in den Alpen, die flächenmässig einen grossen Teil des Landes abdecken, nur gerade 10% der gesamten Bevölkerung.

Staatsform


Die Schweiz ist ein föderativer Staat, in dem die direkte Demokratie, also die direkte Beteiligung der Bevölkerung am politischen Geschehen, eine wichtige Rolle spielt (mehr dazu im Kapitel 'Staat'). Die Schweiz ist ein komplexer Staat mit ihren 26 Teilstaaten (Kantonen), rund 2'800 Gemeinden und vier Landessprachen.

Kurze Distanzen

Es gibt in der Schweiz nichts, was man nicht auch in andern Ländern sehen kann. Finnland hat mehr Seen, die Gletscher in Island sind grösser, die Berge in Nepal höher, in Italien sieht man mehr Aprikosenbäume. Aber in der Schweiz liegt das alles nah zusammen. Auf einer Bahnfahrt von zwei bis drei Stunden sieht man ganz unterschiedliche Landschaften und kann die Landessprache zwei-, drei- oder sogar viermal wechseln. Die grösste Nord-Süd-Distanz beträgt in der Schweiz 220 Kilometer. Um diese Distanz zu überwinden braucht man vier Stunden mit dem Zug und drei Stunden mit dem Auto. Von Westen nach Osten sind es 350 km. Auf einer Fahrt von drei bis vier Stunden kann die Landessprache zwei-, drei- oder sogar viermal wechseln.

Jahreszeiten


Die Jahreszeiten sind deutlich unterscheidbar. Im Herbst (September bis November) reifen die Früchte und die Blätter der Laubbäume verfärben sich, bevor sie fallen.
Während die Winter früher allgemein kalt und schneereich waren, sind heute Minustemperaturen und Schneefall vor allem im Flachland nicht mehr die Regel. Viele Skigebiete könnten ohne künstliche Beschneiung kaum mehr überleben. Im Frühling (März bis Mai) blühen die Bäume und die Wiesen werden grün. Es kann vorkommen, dass im April für kurze Zeit der Winter zurückkehrt und dass im Mai bereits sommerliche Verhältnisse herrschen. Im Sommer steigt die Temperatur auf 25-30 Grad, in besonders heissen Sommern können die Temperaturen auch die 30-Grad-Marke überschreiten.

Kontraste

Der tiefste Punkt ist Ascona, 196 Meter über Meer. Hier wachsen Palmen und es herrscht mediterranes Klima. Der höchste Punkt ist die Dufour-Spitze, 4634 Meter, mit arktischem Klima. Ascona und Dufour-Spitze liegen 70 km (Luftlinie) auseinander.

Berg und Tal

Das Wallis ist ein Bergkanton, berühmt durch das Matterhorn und den 24 km langen Aletschgletscher. In den Tälern wachsen Aprikosen, Pfirsiche, Tomaten und Trauben.

Feucht und trocken

In Stalden (Kanton Wallis) gibt es so wenig Regen wie in der Steppe, 52 Zentimeter im Jahr. Im Monte Rosa-Gebiet nur 40 km von Stalden entfernt sind es dagegen 400 Zentimeter.

Klein und komplex

Ein Beispiel: der Kanton Graubünden ist 7100 km2 gross und hat 150 Täler. Seine Flüsse fliessen in drei verschiedene Meere, in die Nordsee, ins Mittelmeer, ins Schwarze Meer. Während andere Gebiete der Schweiz sehr dicht besiedelt sind leben im Kanton Graubünden nur 170'000 Personen und man spricht drei Sprachen.

Das Mittelland

Zwei Drittel der Bevölkerung lebt im Mittelland zwischen Genfersee und Bodensee auf 30 Prozent der Landesfläche. Auf 1 km2 leben 450 Personen. Nur wenige Regionen in Europa sind dichter besiedelt.

Der Jura

Der Jura, ein flacher Gebirgsbogen aus Kalkstein vom Genfersee bis zum Rhein umfasst etwa 12 Prozent der Landesfläche. Auf einer Durchschnittshöhe von 700 Metern über Meer liegen landschaftlich reizvolle Hochebenen, durchbrochen von querliegenden Flusstälern.

Die Alpen

Der Alpenbogen hat eine Länge von rund 200 Kilometern, die Durchschnittshöhe der Alpen beträgt 1700 m. Die Alpen bedecken fast zwei Drittel der gesamten Oberfläche des Landes. Sie bestimmen Klima und Vegetation und sind die kontinentale Wasserscheide. Die Alpen tragen viel zur Identität der Schweiz bei, wirtschaftlich konzentriert sich die Schweiz aber auf das Mittelland. Die Täler der grossen Flüsse Rhone, Oberrhein, Reuss und Ticino trennen die Alpenketten.