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Bern: Friedensnobelpreis 2007 mit Schweizer Beteiligung

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Die Universität Bern ist Weltspitze in der Klimaforschung. Die Klimaforscher Heinz Wanner und Thomas Stocker sind die Nachfolger des Pioniers Hans Oeschger. Ihre Forschungsresultate bildeten die Grundlagen für Al Gore's Oscar-gekrönten Film «An Inconvenient Truth». Auch der Klimarat der UNO (IPCC) stützte sich in seinen Klima-Berichten auf die Erkenntnisse der Berner Experten.
Um ihre Spitzenposition in der Klimaforschung zu festigen, hat die Uni Bern im Oktober 2007 ein neues Kompetenzzentrum für Klimaforschung eröffnet. Sie will damit im interdisziplinären Feld ihre Kräfte bündeln. Mit dem neuen Oeschger Centre for Climate Change Research unterstreicht die Berner Hochschule ihren Anspruch auf den Spitzenplatz in der weltweiten Klimaforschung.

Pionier der Klimaforschung

Das neue Forschungszentrum ist nach dem Umweltphysiker Hans Oeschger benannt, der 1998 verstarb. Der Berner Wissenschafter hatte unter anderem die Methode zu Bohrung und Analyse von Eisbohrkernen entwickelt. Oeschgers Erkenntnis, dass der Kohlendioxid-Anteil in der Atmosphäre in den letzten 250 Jahren infolge Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas um rund 30% zugenommen hat, machte ihn nicht nur zum Vater der Klimaforschung, sondern verhalf der Uni Bern zur Führungsrolle auf diesem Feld. «Mit dem Oeschger Centre for Climate Change Research (OCCR) wollen wir diejenigen Bereiche weiter stärken, in denen wir schon heute Weltspitzenforschung betreiben», sagt der Berner Geographie-Professor Martin Grosjean gegenüber swissinfo. Dazu gehöre die Eiskernforschung in der Antarktis und Grönland oder die Klima-Rekonstruktion, da herrsche international sehr starker Wettbewerb, sagt Grosjean. Der leitende Direktor des Nationalen Forschungsschwerpunkts Klima (NFS) an der Universität Bern wird dieselbe Funktion auch im neuen Oeschger-Zentrum ausüben.

Bündeln der Klimaforschung

Die Uni und Martin Grosjean wollen den besten Klimaforscher-Nachwuchs nach Bern holen. Im Zentrum zu Oeschgers Ehren laufen die Fäden aller Institute und Fakultäten der Universität Bern zusammen, die Klima- und Klimafolgenforschung betreiben. Sie stammen einerseits aus den traditionellen Naturwissenschaften Geographie, Physik, Chemie und Biologie.
Andererseits befassen sich auch die Volkswirtschaft, Umweltgeschichte sowie die Medizin mit dem Thema, letztere etwa mit ihrer Feinstaub- und Ozonforschung.

Die Besten nach Bern

Den internationalen Führungsanspruch in der Klimaforschung unterstreicht die Uni Bern auch mit ihrem zweijährigen Master-Lehrgang. Dieser wird in Kooperation mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) durchgeführt.Den Sprung ins international ausgerichtete Programm schaffen jährlich nur 20 Studierende. Sie werden einem strengen Auswahlverfahren ausgesucht. «Bern ist ein kompetitiver Standort und wird als solcher wahrgenommen», sagt Martin Grosjean.Die Absolventen des Masters-Lehrgangs sollen dereinst in die Fussstapfen der weltweit führenden Berner Klimaforscher Heinz Wanner, Thomas Stocker & Co. treten. Deren Forschungsresultate bildeten das faktische Fundament von Al Gore's weltweitem Kino-Erfolg «An Inconvenient Truth», der dem ehemaligen US-Vizepräsidenten einen Oscar bescherte.

(Swissinfo, Renat Künzi, 9. Oktober 2007)

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Das Bild zeigt den Pionier der Klimaforschung Hans Oeschger 1967 bei der Feldarbeit auf dem Grönland-Eis. (Bernhard Stauffer)